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Mamma, Muttertag und das Halten von Brüsten


 

Heute mal nix über Hündinnen, Pferde, Eselinnen, Katzen, Bienen, Kräuter, Landleben, sondern ein Statement zu einem zutiefst weiblichen Thema. Es geht um Brüste. Ja genau, wirklich!


Meine Freundin Leni meinte ja, dass ich erst am nächsten Frauentag darüber schreiben solle. Aber das dauert noch so lange. Und bis dahin hab ich vielleicht vergessen, was ich sagen wollte. Außerdem,  Muttertag ist thematisch eigentlich ziemlich stimmig. Da jede Frau eine mehr oder weniger Mutter hat, ist Muttertag auch eine Art von Frauentag. Wie man im Übrigen weiß, lautet das lateinische Wort für Brust „Mamma“ und das für Brustwarze ist Mamille. Und wenn Mamma nicht zum Muttertag passt, weiß ich auch nicht, was zu diesem sowieso fragwürdigen Tag passen könnte.

Das Wort Brust, und noch mehr, das Wort Brüste und am meisten das Wort Brustwarze(n) ist ja mit einem Tabu belegt. Oder hast du nicht auch einen mindestens dezenten Schreck bekommen, als du das Wort Brustwarze wenige Zeilen weiter oben gelesen hast? Das Wort Brüste erschreckt fast noch mehr, als all die weiteren Bezeichnungen wie Titten, Möpse, Melonen und wasweißich. Weswegen ein BH ja auch Büstenhalter statt  Brüstehalter heißt. Eine Büste ist ja was Neutrales, selbst Johann Wolfgang von Goethe hat sowas, selbst Beethoven, und beide stehen damit in Gärten herum. Stehen dagegen Brüste in Gärten, könnte das durchaus ein Aufreger sein.




Am besten fallen Brüste einfach nicht weiter auf, hüpfen keinesfalls auf und ab oder zeichnen sich gar durchs Shirt ab! Hat frau nix in der Bluse ist es nicht so richtig richtig, aber hat  sie was in der Bluse und selbiges bewegt sich oder verhält sich anderswie auffällig, bekommt  sie komische Blicke, blöde Witze, unerwünschte Einladungen oder Gratistipps für gute BHs.


Womit ich beim Thema wäre, denn mein Thema an und rund um diesem schönen Muttertag heißt nicht etwa „Nippelalarm, was soll ich tun??“ sondern ich möchte mich mit Leib (inklusive den beiden Ladies oben links und rechts, du weißt schon!) und Seele dem Thema „Büstenhalter-Optimierung“ widmen. Du hast ganz richtig gelesen und falls dich das Thema nicht interessieren sollte, meinetwegen. Alle Frauen, die ich darauf angesprochen habe, konnten jedenfalls etwas oder sogar sehr viel mit meinen BH-Beschwerden anfangen.

Ich meine: Menschen fliegen zum Mond. Aber das verdammte allmorgendliche Schließen des BHs erfolgt im Normalfall mit nach hinten verrenkten Armen und suchendem Fluchen, während  mehrere winzige Wäscheösen aus dem ersten Weltkrieg (oder waren es die Bauernkriege?) sich auf Partnersuche begeben. Hinten muss man zwei bis vier Paare glücklich vereinen, vorne eher so sechs bis acht. Hätte sich inzwischen nicht mal eine andere Lösung finden lassen? Nö, anscheinend ja nicht. (Komm mir jetzt nicht mit Reißverschlüssen. Die gibt’s für vorne, und sie sind KEINE Alternative!)

Und es ist auch keine Lösung, wenn sich Häkchen und Öslein vorne befinden. Das gibt`s ja natürlich auch, und als ich mal mein Handgelenk gebrochen hatte, war der Vorderverschluss wirklich die einzige Möglichkeit, auf mich allein gestellt in einen brüstetechnisch geordneten Alltag zu gelangen. An BHs mit Verschluss vorne sind allerdings noch mehr Wäschehäkchen, da die Körbchen vorne natürlich breiter sind, als das Unterbrustband hinten. Mitunter gehen die unteren Häkchen auf und drücken dann abscheulich in die Brüste. Und man kann sie natürlich nicht mitten in einem Gespräch wieder schließen.


Von links nach rechts haben wir hier jeweils Modell Sport in pink, Modell Bügel hübsch mit Fluchttendenz in violett, Modell bügellos in rot, Modell Sport in grau, Modell Bügel ohne Flucht in dunkelgrau und Modell bügellos in schwarz


Noch bevor die Wäschehäkchen und –ösen-Partnersuche zum Einsatz kommt, stelle ich mir täglich die spannende Frage: Sport oder Bügel? Hier hat sich inzwischen zumindest noch eine dritte Option ergeben. Die Alternative Sport oder Bügel sieht nämlich recht deprimierend folgenermaßen aus:

Sport bedeutet, frau quetscht ihre Brüste in die vorgesehene straff bemessene Ausbuchtung und schließt die, genau, Ösen-Häkchen-Konstruktion hinten. Nach kurzer Zeit ergibt sich sowohl von oben als auch von außen betrachtet das Bild eines formlosen, weichen Kissens ohne erkennbare Mitte und Grenze. Die Mamillen/Brustwarzen sind zusammengeschoben, der Abstand zwischen ihnen stimmt keinesfalls. Tipp an Unbeteiligte: so sehen Brüste in ihrem natürlichen Habitat NICHT aus. Was die Dekolletee-Frage angeht, so ist Sport indiskutabel. Das Dekolletee sieht super ätzend aus. Ein Vorteil von Sport: es gibt daraus kein Entkommen. Flüchtende Brüste wird frau hier nicht erleben.

Bügel bedeutet, frau füllt ihre Brüste in die vorgesehenen beiden Behältnisse, die unten von halbmondförmigen Metallbügeln begrenzt werden und schließt die, fluch, fluch, genau… die Ösen-Häkchen-Konstruktion. Von oben oder von außen betrachtet sehen die Brüste jetzt einigermaßen natürlich aus, die Nippel zeigen harmonisch und in realistischem Abstand zueinander nach vorn, jedoch drücken die Bügel beim Sport, beim Husten, beim Atmen auf den Brustkorb oder, ganz schrecklich, sie befreien sich aus ihrer Umhüllung und stechen mittig oder am Rand ins empfindliche, weiche Gewebe. Autschi. Ein weiterer Nachteil von Bügel: die Brüste können flüchten. Ja, ganz genau. Das zeigt sich mitunter bereits bei der Schüttelprobe im Laden (Definition Schüttelprobe: Oberkörper parallel zum Boden und twisten, dabei die Befreiungsversuche der beiden Ladies beobachten. Hauen sie ab? Dann Finger weg von diesem BH-Modell!). Mitunter zeigt es sich aber auch erst später, wenn frau in ihrem neuen BH, der vielleicht so um die siebzig Euro gekostet haben könnte und richtig süß aussieht, wenn sie mit diesem scheißteuren Ding also losrennt , hüpft oder tanzt, und wenn dann die Lady rechts sagt, lass mal sehen, ob ich nicht auch bisschen mehr mitmachen kann, und schwupps, ist sie rausgehüpft aus ihrem BeHälter…. Schon blöd. Dekolleteetechnisch ist Bügel trotzdem auf jeden Fall die bessere Wahl.

Dotti ist verwirrt: Guter Rat scheint teuer!!


Alternative drei ist weder Sport noch Bügel. Ich finde sie super, habe aber schon viel Geld dabei versenkt, passende Modelle zu finden, die dauerhaft Halt geben und nicht ausleiern. Passen sie nicht, kann ich auch gleich ganz auf den BH verzichten. Wenn sie passen, dann halten sie gut, sehen gut aus, machen ein gutes Dekollete und sind bequem. Bis auf die offensichtlich unvermeidlichen Haken und Ösen quasi ein Sechser im BH-Lotto.  Hier möchte ich noch eine weitere üble BH-Erfahrung unterbringen. Neu passen BHs, wenn sie passen, sehr gut. Nach zwei bis drei vorsichtigen Wäschen sind sie oft schon völlig ausgeleiert. Eine weitere Geldversenkung.


AElvi möchte keine Nippel verstecken. Also auf gar keinen Fall. Aber sie mag die Farbauswahl.


Die Frage, Nippel verstecken oder nicht, kann ich ganz klar mit oder nicht beantworten. Wer mich kennt, weiß das ja sowieso. Gepolsterte BHs ob mit oder ohne Bügel, nicht mit mir!

Interessanter finde ich die generelle Frage, BH oder nicht. So lange ist es schließlich nicht her, dass Frauen ihre BHs verbrannten. Mitunter schließe ich mich ihnen an. Nicht dass ich meine BHs verbrenne, aber ich lasse sie mitsamt ihren Haken und Ösen in der Schublade liegen. Ganz wunderbar. Solange frau sich nicht sonderlich viel bewegt, ist das richtig gemütlich und bequem. Dann kommen die ersten Außenkontakte – ich verschränke meine Arme. Rate mal, vor wem. Oder, ich muss der Hündin, Pferd, Eselin, Katze, Biene hinterher rennen. Diesmal verschränke ich die Arme noch fester, denn es ist einfach echt unbequem, wenn die Ladys mit mir zusammen rennen.  Also, hin zur Schublade und den Brüstehalter rausgekramt.

Mein Vorschlag zur BH-Optimierung am Muttertag:

1.       Ein anderer Verschluss muss her und zwar so schnell wie möglich. Bitte was Zeitgemäßes.

2.       Insgesamt muss das Konzept BH modernisiert werden.

3.       Weg mit dem Patriarchat.


Noch ein Wort zum Schluss, der Einfachheit halber habe ich im Text jeweils die weibliche Form gewählt. Dies soll keine Diskriminierung darstellen! Männer sind natürlich mit gemeint.


Und nun: fröhlichen Muttertag und umzu. Prost, Frauen, hoch die Gläser, welche auch immer, Sekt, Selters oder Saft, ein Hoch auf den Frühling und das Leben.

 

 

 

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