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Hund und Esel, eine langsame Liebe

Liebesgeschichten zwischen Eseln und Hunden haben Seltenheitswert. Doch unsere wunderbare Leonberger Hündin Aune hat uns gelehrt, dass sie durchaus möglich sind, wenn man geduldig, beharrlich, unbeirrt, streng und freundlich vorgeht. Natürlicherweise halten Esel nicht viel von Hunden. Doch Aune hat einen Weg gefunden, mit den instinktiven Angriffen der Esel umzugehen und sie zu verwandeln. In tiefe Freundschaft.

Aune pflegte mit all unseren Eselinnen Freundschaften. Links begrüßt sie die gerade eingezogene Tuuli, in der Mitte schnüffelt sie zusammen mit Tommelise. Rechts im Gespräch mit allen Langohren.

Aune verwendete viel Zeit darauf, ihre vierbeinigen, langohrigen Freundinnen zu erziehen, jede einzelne von ihnen. Geduldig und beharrlich interessierte sie sich für die Esel und deren Langohr-Themen und brachte den Eseln umgekehrt ihre Hundewelt nah. Und sie blieb dran. Nach anfänglicher Skepsis betrieben die Esel Fellpflege mit ihr, aber wer frech und übermütig oder einfach ein bisschen unachtsam und grob mit ihr war, wurde mit einem scharfen Bellen gerügt. Dann ging sie kurz weg, kam aber bald wieder zurück, um die Erziehung unbeirrt fortzusetzen.

Natürlich hatte sie rein größenmäßig auch ein gewisses Standing. Ich gestehe gerne, dass ich anfangs besorgt war, dass ein Eselhuf auf ihren lieben Pfoten landen könnte, aber das ist nie geschehen. Überhaupt ist nie irgendetwas passiert, außer beeindruckenden Gesprächen und liebevollen Beziehungen zwischen den Arten.


Es ist Herbst geworden, feucht und kalt. Unsere Herde ist von der Weide in den Offenstall am Haus umgezogen. Bildmitte: Vorm Frühstück ;)

Aunes Nachfolgerin, die junge Pyrenäenschäferhündin AElvi und ihre Freundin Dotti haben es da rein größenmäßig etwas schwerer. Unsere kleine Herde wohnt ja nun übern Winter im Offenstall am Haus und man kommt sich unweigerlich näher.

Eselbegegnungen der fünf Monate alten AElvi sind bisher nur mit einem Zaun dazwischen erlaubt. Die fünfjährige Dotti kann die Esel schon besser einschätzen, ist aber immer auf der Hut, wenn sie mit ihnen zu tun hat.

Warum ist es überhaupt nötig, auf der Hut zu sein?

Instinktiv sind unsere Eselinnen allesamt keine Hundefreundinnen. Im Gegenteil.Tommelise, die Jüngste, ist noch am stärksten durch ihre Instinkte geprägt und geht daher auch am entschiedensten gegen Hunde vor. Spazieren wir an unbekannten Hunden vorbei, muss man Tommelise ein bisschen ablenken, denn unbekannte Hunde mag sie noch weniger, als Hunde, die sie kennt. Lenkt man sie nicht ab, blitzt die Mordlust in ihren Augen auf.

Nicht so schön, aber vollkommen normal für Esel. Mit ihren kleinen, hammerharten Hufen gehen Esel auf Hunde und Hundeartige in einem Trommelwirbel los, der tödlich enden kann. Es soll ja Schäfereien geben, die einen Esel in einer Schafherde mitlaufen lassen, damit dieser die Schafe gegen Wölfe verteidigt. Was bitte soll ein einzelner Esel gegen ein Rudel Wölfe ausrichten?

Vier Eselinnen allerdings und ein einziger Hund, okay, da sollte man einfach aufpassen.


AElvi mag es , wenn Shoshoni mit seinem Essen kleckert! Durch den Spalt in der Tur beobachtet sie Tuuli, und Tuuli schnuppert zurück. Friedliche, neugierige Begegnung mit Tommelise durchs Tor.


Wir lieben unsere Eselinnen so, wie sie nun einmal sind. Aune hat uns gelehrt, dass Freundschaften zwischen Eseln und Hunden möglich sind, wenn man geduldig, beharrlich und unbeirrt sein Ziel verfolgt.

Deshalb lassen wir uns und den Tieren Zeit, sich in einem möglichst sicheren Rahmen kennen zu lernen. "Das machen die unter sich aus" ist für uns kein Motto in Tierbegegnungen, weder unter Hunden, noch unter Eseln oder Pferden, noch unter Hunden und Eseln. Unsere Tiere stehen unter unserem Schutz und daher ist es unsere Verantwortung, sie auch wirklich zu beschützen.

Und nun wächst die Liebe zwischen unseren Eseln und Hunden halt langsam. Aber sie wächst tatsächlich spürbar. Zwei Mal am Tag werden die Mahlzeiten der Langohren und des gütig sabbernden Haflingers Shoshoni von den Hunden begleitet, genau beobachtet und gegebenenfalls auch geteilt, oder man begutachtet sich durch Türen und Tore und kommt sich so auf sichere Art und Weise näher.

Gemeinsame Spaziergänge gibts nur mit gebührendem Abstand.

Das wird schon. Wir haben Geduld und bleiben dran. Danke, Aune.

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